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Insights / Inside AOE

Netzausbau, Nachhaltigkeit & Nutzerfokus: Impulse von der ANGA COM 2022

24. Mai 2022
Autor:in Stefan RotschStefan Rotsch
Entwickler

Am 11.05.2022 besuchten wir die ANGA COM in Köln, für mich seit über zwei Jahren die erste Präsenzveranstaltung. Ein schönes Gefühl, wieder unter "echten" Menschen zu sein. Die Konferenz ermöglichte es uns, ganz neue Perspektiven einzunehmen: So haben wir mal über den Tellerrand der Softwareentwicklung hinaus geblickt und aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Bereich der Breitbandnetze aus Sicht der CSPs betrachtet. Die Erkenntnisse und Einsichten, die mit dieser Änderung des Blickwinkels einhergingen, geben uns für aktuelle und zukünftige Projekte bei AOE sicher wertvolle Impulse.

[Foto ©ANGA Services GmbH]

Bürokratie & Bau als Bremsen für den Glasfaserausbau in Deutschland

Der "Glasfasergipfel – Vollgas für den Netzausbau: Steht die Ampel auf Grün?" ging der Frage nach, wie es um den Glasfaserausbau in Deutschland bestellt ist. Die Teilnehmenden, Vertreter:innen überregionaler und lokaler ISPs, waren sich einig, dass finanzielle Ressourcen in ausreichendem Maß zur Verfügung stehen. Als problematisch wurden hingegen die regional unterschiedlichen behördlichen Auflagen sowie langwierige Genehmigungsverfahren benannt. Auch hemmt der niedrige Digitalisierungsgrad in der öffentlichen Verwaltung die Anbieter, da Bau- und Förderanträge häufig noch in Papierform eingereicht werden müssen. Um im Bild zu bleiben: Die Ampel steht hier bestenfalls auf "gelb".

Als Risiko für den Netzausbau wurde auch der Fachkräftemangel insbesondere in den Bereichen Planung und Tiefbau identifiziert. Mit den Worten von Bernd Thielk, Geschäftsführer der willy.tel GmbH Hamburg: "Geld bohrt keine Löcher" – Kapazitätsengpässe in der Branche führen zu einer spürbaren Verlangsamung von Baumaßnahmen.

Die anwesenden Unternehmen betonten darüber hinaus die Wichtigkeit von Open Access als Kooperationsmodell, eine gleichberechtigte Partnerschaft auf Augenhöhe. Es bietet die Chance, das Ziel einer Glasfaser-Komplettabdeckung in Deutschland bis 2030 zu erreichen.

Für AOE war diese Podiumsdiskussion vor dem Hintergrund unserer Kundenprojekte überaus interessant. Aus der Entwicklung von Vorvermarktungsportalen für den Glasfaserausbau, unter anderem für die Deutsche Telekom, sind auch wir mit den bremsenden Faktoren bestens vertraut.

Geringe Relevanz von Zugangstechnologien für Nutzer:innen

Einen Schwerpunkt des "International CTO Summit – What’s new with Fiber, DOCSIS and 5G?" bildete die Frage, ob die jeweils eingesetzte Zugangstechnologie überhaupt noch relevant für die Kund:innen ist oder ob diese nicht vielmehr nur an der Nutzung der von ihnen bevorzugten Services interessiert sind. "The customer has no wire", sagte Mallik Rao, CTO und Mitglied des Vorstands der Telefónica Deutschland Holding AG in diesem Zusammenhang; für Nutzer:innen relevant ist primär eine stabile, drahtlose Verbindung ihrer Endgeräte mit dem Internet, sowohl zu Hause im WLAN als auch unterwegs in den Mobilfunknetzen. Welcher technische Übertragungsweg genutzt wird, tritt dabei in den Hintergrund.

Ein weiteres relevantes Thema für CSPs ist die Sicherheit ihrer Übertragungsnetze und eigenen Infrastruktur. Hier kommen häufig noch Legacy-Komponenten und -Software zum Einsatz, die ein potenzielles Ziel für Hacker:innen-Angriffe darstellen. Das Podium der CTOs sah in der Ablösung dieser veralteten Hard- und Software eine der größten Herausforderungen in den kommenden Jahren.

Nachhaltigkeit: Trendthema auch für CSPs

Schon in den vorhergehenden Diskussionen kam die Verantwortung der Netz- und Dienstanbieter für eine ressourcen- und klimaschonende Erbringung ihrer Dienstleistungen immer wieder zur Sprache. In der Diskussionsrunde "Netze und Nachhaltigkeit" wurde sie nochmals explizit thematisiert. Unter anderem berichtete Dr. Stefan Lietsch, CTO von Zattoo, über Erfahrungen aus ihrem innovativen Versuch, Server mit ihrem immanent hohen Energiebedarf in unmittelbare Nähe der Stromerzeugung zu bringen und ein Rechenzentrum im Inneren eines Windrads einzurichten.

Auch waren sich die Diskussionsteilnehmer:innen einig, dass neue Übertragungstechnologien in der Regel energieeffizienter arbeiten als ihre Vorgänger. Voll zum Tragen kommt dieser Vorteil jedoch erst, wenn im Zuge einer Modernisierung die Vorgängergeneration eines Netzes auch tatsächlich abgeschaltet wird, wie dies z.B. mit den 3G-Netzen der Mobilfunkbetreiber im Zuge der Einführung von 5G der Fall war.

Am Rande der Veranstaltung konnten wir ferner ein Gespräch mit Dr. Hermann Rodler, Mitglied der Geschäftsführung von M-Net, dem ersten klimaneutralen Kommunikationsanbieter Deutschlands, führen. Neben naheliegenden Maßnahmen wie einer generellen Senkung des Energieverbrauchs oder dem konsequenten Einsatz regenerativer Energie beschäftigt sich das Unternehmen auch mit Aspekten der Nachhaltigkeit in Entwicklung und Betrieb von Software.

Hieraus konnten wir wertvolle Impulse und Lernfragen gewinnen, zum Beispiel:

  • Die Effizienz von APIs oder Datenbankabfragen lässt sich verbessern, indem nur die notwendigen Daten übertragen werden und Overhead reduziert wird.
  • Code kann zur Verminderung des Speicher- und CPU-Bedards optimiert werden, manuell und/oder während des Kompilierens.
  • Wann und wie lange laufen CI-Pipelines, und können diese beispielsweise durch konsequenten Einsatz von "fail fast" im Fehlerfall frühzeitig abgebrochen werden?
  • Werden Rechen- und Speicherkapazitäten in der Cloud bestmöglich genutzt und nicht benötigte Ressourcen schnellstmöglich freigegeben?

Mit der Diskussion dieser und weiterer Fragen wollen wir auch bei uns in den Entwicklungsteams ein Bewusstsein für ressourcenschonende Softwareentwicklung schaffen. Da AOE auf das Erreichen einer positiven Klimabilanz Wert legt, wollen wir durch das Implementieren geeigneter Maßnahmen den ökologischen Fußabdruck unserer Arbeit zukünftig weiter reduzieren.