Agile Projektverträge

Auch wenn im Agilen Manifest die Rede ist, dass Zusammenarbeit mit dem Kunden wichtiger ist als Vertragsverhandlungen, so benötigt man dennoch einen Projektvertrag. Dieser soll die agilen Methoden unterstützen und die beidseitige vertrauensvolle Zusammenarbeit untermauern.


Agile Softwareentwicklung erfordert auch agile Projektverträge. Dabei basiert einer der Grundgedanken agiler Methoden auf der Annahme, dass sich ein Softwareprojekt vor Projektbeginn nicht in alle Detailanforderungen beschreiben lässt. Nachträgliche Anpassungen sind daher sehr wahrscheinlich und sollen ohne große Hindernisse wie Change Request Verfahren umgesetzt werden können. Um dies zu gewährleisten, hat AOE einen speziellen agilen Projektvertrag entwickelt.

Paradigmenwechsel in der Zusammenarbeit

Der agilen Entwicklung liegt ein fundamentaler Paradigmenwechsel zugrunde. Schätzt man im klassischen Vorgehen die Kosten und den Termin auf Basis der Scopevorgabe, werden beim agilen Vorgehen Kosten und Liefertermin fest vorgegeben und darauf aufbauend der Scope erstellt. Dieser bleibt während des gesamten Projektverlaufs – innerhalb eines bestimmten Rahmens – flexibel.

In klassischen Verträgen werden alle drei Eckpfeiler eines Projektes (Scope, Kosten, Termin) bereits zu Beginn festgelegt, so dass jede Schätzung ad absurdum geführt wird. Der Auftragnehmer muss demzufolge stets „Versicherungen“ für seine Leistung einbeziehen, sogenannte Puffer. Es geht für Ihn also darum, möglichst viel dieses Puffers bis zum Entwicklungsende zu behalten (Marge) und für den Auftraggeber möglichst viel dieses Puffers in gelieferten Projektwert umzuwandeln, wobei sich die Ziele beider Parteien gegenüber stehen.

Bei agilen Projektverträgen wird eher von einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit gesprochen, wobei der Auftragnehmer nur den tatsächlich anfallenden Aufwand bezahlt (Kosten und fester Liefertermin). Beide Parteien verfolgen dabei das gemeinsame Ziel, das Team optimal aufeinander abzustimmen, um durch eine effiziente Zusammenarbeit eine hohe Performance zu erreichen und dem Kunden den höchstmöglichen Unternehmenswert zu liefern (Scope). Auftragnehmer und Auftraggeber sind keine Kontrahenten, sondern Partner mit einer gemeinsamen Produktvision.

Agile Projektverträge

Der AOE Projektvertrag

Der AOE Projektvertrag orientiert sich am Agilen Festpreis. Es werden zunächst Budget und Lieferzeitraum festgelegt und Vereinbarungen getroffen, wie das Scope Mangement beiderseitig erfolgt. Im Vertrag selbst wird also der Rahmen für die Zusammenarbeit geschaffen, das Budget vereinbart und ein Releaseplan hinterlegt. Der Scope in Form eines geschätzten Backlogs (SOW) liegt als Anlage bei und kann jederzeit, wenn nötig, aktualisiert werden. Man spricht hier vom Riskshare. Gerade in der Anfangszeit des Projektes existieren noch größere Unsicherheiten, die von beiden Seiten getragen werden. Unsere Verträge beinhalten daher eine Sonderregel, die Kunden ermöglicht, nach jeder Iteration aus dem Projekt auszusteigen. Mit steigendem Projektfortschritt sowie steigendem Vertrauen, verliert diese Option immer mehr Bedeutung. In der Geschichte von AOE ist es auch noch nie zu solch einem Projektabbruch gekommen.

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