geschrieben von Daniel Haller Product Owner
Searchperience: Vorteile und Synergien am Beispiel der Heathrow Airport Webseite
Searchperience: Vorteile und Synergien am Beispiel der Heathrow Airport Webseite
Über den Autor Daniel Haller Daniel Haller Product Owner

Am Beispiel des Website-Relaunchs des Heathrow Airports zeigen wir, wie sich mit der passenden Technologie Synergien in Content Management und E-Commerce optimal nutzen lassen: durch die Kombination der Such- und Recommendation Engine Searchperience mit dem Adobe Experience Manager und dem Omnichannel Multi-Merchant Marketplace OM³.

Als integrale Grundlage für Customer Experience und Usability ist die Suche eine entscheidende Funktion einer Flughafen-Website. Für den Relaunch von Heathrow.com hatte der Heathrow Airport daher eine Reihe spezifischer Anforderungen an die Suchlösung, die die Funktionen der geplanten CMS-Lösung überstiegen. In der Heathrow Boutique, der E-Commerce-Plattform des Flughafens, ist bereits seit Jahren die von AOE entwickelte Searchperience Enterprise Search erfolgreich im Einsatz. Auch für die Flughafen-Website stellt sie die optimale Suchlösung dar: Sie lässt sich flexibel und nahtlos in unterschiedlichste Systeme wie CMS oder E-Commerce-System integrieren und ermöglicht so die effiziente Nutzung von Synergien.

Die Herausforderung: Vielfältige Anforderungen an die Suche

Dass eine moderne Suchfunktion weitaus mehr erfüllen muss als Autovervollständigung, weiß jeder, der sich heute mit Usability und Conversion Rates von Websites beschäftigt. Auch die Anforderungen des Flughafens Heathrows sind umfangreich:

  • Flugsuche: Sie stellt eine der wichtigsten Anwendungen der Website dar. In der einfachen Version gibt sie Arrivals und Departures aus, in der komplexen Variante Connecting flights. Voraussetzung dafür: Flugdaten müssen zunächst von einem externen Flughafen-System bereitgestellt und in den Suchindex importiert werden.
  • Verzeichnisse für Shops und Restaurants: Fast 100 Shops und mehr als 30 Restaurants in 4 Terminals - eine benutzerfreundliche Suche muss flexible Filter ermöglichen, um etwa spezifischer Anfragen wie etwa die Suche nach einem vegetarisch-koscheren Frühstücksrestaurant im Terminal 2 zu ermöglichen. Dabei muss die Konfiguration der Filter und Werte im CMS für Redakteure aufwandsarm und einfach möglich sein.
  • Produkt-Teaser: Um Flugreisende auf die Angebote der E-Commerce-Plattform des Airports aufmerksam zu machen, sollen auf der Website Bestseller-Produkte der Heathrow Boutique angezeigt werden. Damit Konsistenz und Aktualität von Produktdaten, Bildern und Preisen sichergestellt sind, ist der Zugriff auf dieselbe Produktdatenbank erforderlich.
  • Freitextsuche: Weiteres relevantes Feature ist eine hochperformante, schnelle und beliebig konfigurierbare Freitextsuche mit Autovervollständigung, die verschiedene Plattformen, etwa das Firmen-Blog, die E-Commerce-Plattform und die Unternehmenswebsite, zentral in einem Index vorhalten und ausliefern kann.

Dass AOE Searchperience diese und weitere Anforderungen erfüllt, macht deutlich: Die Lösung ist mehr als ein "Suchschlitz", vielmehr stellt sie ein mächtiges Tool dar, um Informationen jeder Art zu speichern, zu verarbeiten, nach Kundenvorgaben zu klassifizieren, anzureichern und in beliebigen Formaten wieder auszugeben.

Plattform-übergreifende Synergien nutzen

Ein wichtiges Argument für die Auswahl von Searchperience als Suchlösung waren Synergieeffekte. Heathrow nutzt Searchperience bereits seit 2018 erfolgreich für seine E-Commerce-Plattform "Heathrow Boutique", bei der die Suche und Kategorisierung eine zentrale Rolle in der Bereitstellung von Daten und Attributen für über 50.000 Produkte von mehreren Dutzend Händlern spielt. Die dafür notwendige Hosting-Infrastruktur ist vollständig cloudbasiert, und dieselbe Searchperience-Instanz kann problemlos von verschiedenen Plattformen integriert werden. Das hat die initiale Bereitstellung stark vereinfacht und beschleunigt, sodass bereits wenige Tage nach Projektstart eine funktionsfähige Instanz bereit stand, die anschließend binnen weniger Sprints Produktionsreife erlangte.

Aus dieser Architektur ergeben sich eine Reihe von Vorteilen:

  • Lizenzkosten: Da sich in diesem Fall mehrere Plattformen eine Searchperience-Instanz teilen, fallen die Lizenzkosten nur einmalig an und können kundenseiten intern auf die verschiedenen Cost Center verteilt werden.
  • Hosting: Eine gemeinsame Hosting-Plattform minimiert die Unterhaltskosten und stellt einheitlich gepatchte Systeme sicher. Gleichzeitig erlaubt die cloudbasierte Architektur schnelles Up- und Downscaling bei Lastspitzen, z.B. vor Weihnachten, zur Ferienzeit, am Black Friday oder während Angriffen.
  • Gemeinsamer Index: Da alle Daten in einem zentralen Index vorgehalten werden, kann bei Bedarf plattformübergreifend darauf zugegriffen werden. So kann das CMS auch Produkte aus dem Shop anzeigen, Traffic weiterleiten und dessen Conversion erhöhen.
  • Projektspezifische Endpunkte/Architektur: Die nach außen hin exponierten Komponenten und Endpunkte können sich in Funktionalität und Struktur erheblich unterscheiden - in der Praxis ist eben jedes Projekt anders, weshalb sich in Searchperience-Endpunkte individuell nach den jeweiligen Anforderungen entwickeln lassen.
  • Gemeinsam genutzte Komponenten: Eine Vielzahl von Funktionalitäten sehen auf verschiedenen Plattformen vielleicht unterschiedlich aus und sind anders integriert, intern allerdings ist immer dieselbe Komponente dafür verantwortlich. Das beste Beispiel dafür ist die Flugsuche, die auf drei verschiedenen Plattformen in verschiedenen Kontexten genutzt wird, und für die es in Searchperience nur genau eine interne Komponente gibt. Diese Komponente bedient mit spezifischen Endpunkten alle drei Plattformen.
Steven Bailey
Wir freuen uns, als leistungsfähiger Partner des Flughafens Heathrow mit dem Einsatz von Searchperience weiterhin zukünftigen Umsatz maßgeblich zu steigern: Unsere flexible Suchlösung bietet nun personalisierte Suchergebnisse auch auf der Website an und nutzt damit cross-funktionale Synergien optimal aus.
Steven Bailey
Chief Strategy Officer
AOE

Komfortabel in Pflege und Nutzung: Integration von Searchperience und Adobe Experience Manager

Eine der größten Herausforderungen des Projekts: eine modulare, performante und architektonisch saubere Integration von CMS und Searchperience, damit Seitennutzern eine nahtlose User Experience geboten wird und Redakteure Inhalte einfach in einem System bearbeiten können. Wie lassen sich diese komplexen, nicht-funktionalen Anforderungen mit Searchperience erfüllen?

Technisch gesehen stellt AOEs Suchlösung verschiedene Content- oder Dokumententypen als Ergebnis bereit. Basis hierfür sind Attribute, nach denen Suchergebnisse eingegrenzt oder gefiltert werden können ("zeige alle vegetarisch-koscheren Frühstücksrestaurant im Terminal 2"). Auch beim Relaunch von Heathrow.com wird dieses Konzept angewandt: Content-Typen sind hier  z. B. Flüge, Produkte, Restaurants, Shops, Events, News, Blogposts oder eben auch ganz normale Content-Seiten mit unterschiedlichen Attribute (z. B. Öffnungszeiten für Shops oder die Start- und Zielflüghäfen eines Flugs).

Der Vorteil: CMS-Redakteure müssen den Adobe Experience Manager zum Erstellen und zur Pflege dieser komplexen Attribut-Sets nicht verlassen, sondern können das direkt in ihrer gewohnten Umgebung tun.

Datenaustausch zwischen Searchperience und Adobe Experience Manager

Externe Quellen können Daten in den Searchperience-Index pushen, oder Searchperience kann wie jede Suchmaschine Daten direkt von den Websites crawlen. Damit die vorgegebenen Attribute der Content-Typen vom Crawler sauber erkannt und in den Index übernommen werden, müssen sie in strukturierter Form vorliegen. Hierzu stellt der Experience Manager den Redakteuren spezielle Formulare bereit, in denen Öffnungzeiten, die Terminal-Location, Bezahlmöglichkeiten, etc. eingetragen werden können. Diese Mikrodaten werden später im Frontend in strukturierter Form (als JSON-LD) ausgegeben, gecrawlt und verarbeitet. Die Attribute selbst wurden von schema.org übernommen, einem u.a. von Google initiierten Projekt, das derartige Daten strukturiert.

Schema.org spezifiziert strukturierte Mikrodaten bzw. Attribute für Hunderte von Entities. Das Schema wird nicht nur von Searchperience verstanden, sondern auch von etlichen Suchmaschinen, was nebenbei eine hervorragende SEO-Maßnahme darstellt. Für Restaurants können bspw. Dutzende von Attributen angegeben werden: PaymentAccepted, PriceRange, SmokingAllowed, OpeningHours, etc.

Mithilfe spezifischer Endpunkte und Parameter können diese Attribute später wieder abgefragt werden. So sind Verzeichnisse bzw. Listen möglich, die sich durchsuchen und filtern lassen. Dabei sind die Werte, die zur Auswahl stehen, nicht statisch hinterlegt, sondern können von Redakteuren im Experience Manager beliebige definiert werden. Vor der Ausgabe werden sie aggregiert, wodurch z. B. eine neue Restaurant-Kategorie dynamisch hinzugefügt werden kann.

100% Gestaltungsfreiheit im Frontend

Ein- und dieselbe Searchperience-Instanz wird für verschiedene Plattformen eingesetzt, die natürlich unterschiedliche Anforderungen an das Format der Suchergebnisse haben.  Suchergebnisse können in den verschiedensten Formaten ausgegeben werden: XML, JSON, HTML, etc. Hierdurch haben Entwickler entweder die maximale Freiheit (JSON), oder wenn es z.B. für eine Kampagne mal schnell gehen muss, den geringstmöglichen Integrationsaufwand (HTML).

Nahtlose Integration, aber klare Schnittstellen während der Umsetzung

Große Projekte werden in den seltensten Fällen von nur einem Dienstleister umgesetzt. Normalerweise arbeiten wie auch in diesem Projekt mehrere Anbieter zusammen, was eine klare Abgrenzungen von Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Systemen wichtig macht.

Auf Basis der Systemarchitektur sind die Schnittstellen zwischen dem Adobe Experience Manager und Searchperience ganz klar geregelt. In- und Outputs sind durch die Mikrodaten bzw. JSON-LD Objekte und die dedizierten Endpunkte gut nachvollziehbar und sehr leicht getrennt voneinander testbar. Der Suchindex selbst ist keine Blackbox (wie z. B. bei Google), sondern kann über eine Admin-Oberfläche eingesehen (und verwaltet) werden. Eine ausführliche, API-basierende Dokumentation erleichtert einem (Adobe-) Partner die Integration erheblich.

Die Integration von Heathrows E-Commerce-Plattform

Ein Ziel des Relaunchs: Die Heathrow Boutique sollte vom enormen Besucheraufkommen der Flughafen-Website profitieren. Mit dem Adobe Experience Manager (Website) und AOEs Plattformlösung OM³ (Shop) basieren die Seiten auf völlig unterschiedlichen Systemen. Searchperience ist in der Lage, beide miteinander zu verknüpfen. Da Searchperience Inhalte aus verschiedenen Quellen in einem gemeinsamen Index konsolidiert und über eine einheitliche API bereitstellt, lassen sich Produkte aus OM³ im Adobe Experience Manager anzeigen. So kann ein Elektronikhändler beispielsweise. seine Noise Cancelling-Kopfhörer aus dem Webshop direkt auf der Flughafen-Website anteasern, und der Webshop umgekehrt Suchergebnisse der Flughafen-Website anbieten.

Adobe, Searchperience und OM³: Tag-Team mit Potenzial

Im Rahmen des Website-Relaunchs mussten mehrere Systeme integriert werden, und es hat sich gezeigt, dass Searchperience ebenso wie OM³ flexibel, elegant und ohne Bruch mit dem Adobe Experience Manager zusammenarbeiten kann, um dessen Fähigkeiten im Content Management Bereich sinnvoll zu erweitern. Dabei geht es um weit mehr als um eine reine Freitext Suche: Searchperience kann durchaus eine klassische Datenbank-gestützte Applikation ersetzen, bietet dabei mehr Flexibilität und eine weitaus höhere Performance.

Heathrow profitiert von AOEs erfahrenen und eingespielten Teams, die über jahrelange Erfahrung in ihrem jeweiligen Produkt verfügen. So wurden die Budgetvorgaben in diesem Projekt präzise  eingehalten und der ursprünglich geplante  Fertigstellungstermin um mehrere Wochen unterboten.

Besucher können sich indes über ein Frontend freuen, dem die Komplexität nicht anzumerken ist, und das eine hervorragende User Experience bietet.