TYPO3 vs. Joomla

Joomla! ist neben TYPO3 eines der populärsten Web Content Management Systeme auf dem Markt und ist als Weiterentwicklung aus dem Open-Source-Projekt Mambo hervorgegangen.


Da der Programmcode von Joomla! vollständig objektorientiert ausgelegt wurde und Komponenten dem Model View Controller-Entwurfsprinzip (MVC) folgen, können mit dem Joomla!-Framework und der dazugehörigen API auch beliebige eigene Erweiterungen und Web-Anwendungen erstellt werden. Mithilfe der neue Joomla User Interface (JUI) Library können Nutzer in Joomla 3.x Erweiterungen individuell anpassen. So lassen sich auch bei Joomla! zusätzliche Enterprise-Funktionalitäten wie z. B. SAP-Anbindungen oder ähnliches nachträglich implementieren. Darüber hinaus bietet die neue Version Joomla! 3.x zahlreiche Funktionen für die Entwicklung mobiler Web-Anwendungen. Mit Bootstrap setzt Joomla dabei auf ein HTML-/JavaScript-Framework, das sich besonders für Responsive Design und mobile Applikationen eignet.

Systemanforderungen

Wie TYPO3 basiert auch Joomla! auf PHP und MySQL. Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Betrieb auf einem Webserver ist PHP 5.3.1. für Joomla! ab Version 3.x sowie MySQL ab Version 5.1. Darüber hinaus unterstützt Joomla 3.x auch die Datenbanken MSSQL sowie PostgreSQL ab Version 8.3.18. Derzeit ist Joomla! 3.x die aktuellste Version.

Leichte Installation

Die Installation des Systems ist sehr einfach und lässt sich innerhalb von Minuten ohne großen Aufwand realisieren, sodass auch kleine und mittlere Unternehmen ohne IT-Abteilungen ein lauffähiges Web CMS ins Netz stellen können. Darüber hinaus gibt es zu Joomla eine Vielzahl von spezialisierten Foren und Websites, die alle wichtigen Fragen und Themen abdecken; hier erhalten Anwender schnell Informationen. Auch sind eine Vielzahl ansprechender Benutzerhandbücher und Tutorials zu jedem wichtigen Themengebiet vorhanden.

Sicherheitsproblematik

Aufgrund der Beliebtheit des CMS kam es in der Vergangenheit oftmals zu Hackerangriffen auf Joomla!-Sites. Wegen einer Sicherheitslücke im Joomla!-Core, die auf eine unzureichende Eingabeüberprüfung zurückzuführen war, wurden in der Vergangenheit viele ältere Websites angegriffen. Diese Lücke wurde allerdings seit Version 1.5.6 geschlossen. Sicherheitslücken treten heute teilweise noch bei Plugins von Drittanbietern auf. Mittlerweile betreibt Joomla ein professionelles Security & Releasemanagement, welches solche Sicherheitsprobleme stark reduzieren konnte.

Viele Erweiterungen

Aufgrund ihrer großen Community gibt es auch für Joomla!, genauso wie bei TYPO3, eine Vielzahl von Erweiterungen. Von der Anzahl her sind sie annähernd identisch. Dabei unterscheidet Joomla! zwischen Plugins, Komponenten und Modulen und darin, ähnlich wie bei TYPO3, an welcher Stelle sie eingesetzt werden sollen – z. B. im Backend oder Frontend oder bei dem Einsatz von sehr spezifischen Zusatzfunktionen wie einer RSS-Feed-Integration. Teilweise sind die Komponenten, Module und Plugins so miteinander verbunden, dass sie einzeln nicht funktionieren und als Paket installiert werden müssen, um den gewünschten Funktionsumfang zu erreichen.

Nicht Multi-Domain-fähig

Generell ist Joomla! nicht wirklich Multi-Domain-fähig. Das bedeutet, dass es nicht möglich ist, verschiedene Websites und Domains unter einem gemeinsamen Dach zu installieren. Deshalb ist für jedes Portal eine eigene Joomla!-Installation notwendig. Zwar gibt es bereits Erweiterungen, die das gemeinsame Betreiben und Bearbeiten dieser Portale in einer ausgewählten Installation ermöglicht und die anderen Sites als editierbare Subsites anzeigt. Das Problem der vielen Installationen und des damit verbundenen Domain-Handlings bleibt allerdings mit diesem Ansatz weiter bestehen. Hier hat TYPO3 mit seiner ausgereiften Multi-Domain-Fähigkeit einen klaren Vorteil.

Rudimentäre Rechteverwaltung

Ein weiterer Nachteil ist die rudimentäre Authentifizierung und Rechteverwaltung unter Joomla!. Zwar wurde die Rechteverwaltung seit der Version 1.7 komplett überarbeitet und bietet nun mehr Möglichkeiten als die Vorgängerversionen – aber im Vergleich zu TYPO3 lassen sich Freigabeprozesse in Joomla! noch nicht zufriedenstellend abbilden.

Fazit: TYPO3 vs. Joomla

Um schnell und unkompliziert Websites für kleine oder mittelgroße Unternehmen, einen Verein oder für eine Privatperson aufzusetzen, ist Joomla! sicherlich eine gute Wahl. Wenn es aber darum geht, unbegrenzt skalierbare Enterprise Web Content Management-Lösungen beispielsweise mit Multi-Language-Fallbacks auf mehreren Domains unter einem gemeinsamen Dach für globale Unternehmen und Konzerne zu verwalten oder gar komplexe Übersetzungs-Workflows mit externen Agenturen über das CMS durchzuführen, ist TYPO3 die erste Wahl.

Denn viele im geschäftskritischen Umfeld notwendigen Features sind bereits im TYPO3-Basispaket enthalten und müssen nur aktiviert werden, während Joomla! mit einer Vielzahl von Erweiterungen erst auf diesen Funktionsumfang gebracht werden und danach noch zusätzlich angepasst werden muss.

Die klare Empfehlung an dieser Stelle ist:

  • Kleine Website ohne Rechtemanagement für Privatpersonen oder kleine bis mittlere Unternehmen: Joomla!
  • Webseiten mit Rechtemanagement für globale Unternehmen und Konzerne: TYPO3
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