TYPO3 vs. Drupal

Im Unterschied zu TYPO3 oder Joomla! als reine Web Content Management Systeme (CMS) oder Wordpress als Blog-Software verfolgt Drupal den Ansatz, einfaches Web Content Management und Social Community-Software zu verbinden.


Mischung aus Social Software und einfachem Web CMS

Neben den Basisfunktionalitäten eines Web CMS konzentriert sich Drupal vor allem auf die Bereitstellung umfangreicher Social Community-Tools. Dazu gehören z. B. ein Blog-System, Foren und diverse Web 2.0-Features, die eine einfache Erstellung von User-generated Content ermöglichen. In diesem Bereich liegen die klaren Stärken des Systems.

Distributionen

Drupal wird in zahlreichen Unternehmen als Community-Tool im Rahmen einer Microsite oder für soziale Portale und Blogs verwendet. Hierfür werden verschiedene Distributionen bereitgestellt: Stand-Alone-Blog-Distribution, Community-Distribution, Distribution für den Einsatz in Bildungseinrichtungen etc. Diese vorkonfigurierten Distributionen ermöglichen einen schnellen und einfachen Installationsprozess. Darüber hinaus stehen zahlreiche Layoutvorlagen zur Verfügung.

Systemanforderungen

Die aktuelle Version ist Drupal 7.x. Drupal kann entweder auf einem Apache-, Ngix-, Lighttpd- oder Microsoft ISS-Server betrieben werden. Als Datenbank-Server-Software kann wahlweise MySQL ab Version 5.0.15, PostgreSQL ab Version 8.3 oder SQLite ab Version 3.3.7 eingesetzt werden. Seit Version 7 kommt auch PHP 5.2 zum Einsatz.

Schlankes Basispaket

Das Basispaket von Drupal ist sehr schlank. Zahlreiche Features wie z. B. der Texteditor werden erst nach der Installation integriert. Viele Features, die in anderen Content Management Systemen standardmäßig installiert sind, müssen in Drupal erst nachinstalliert und konfiguriert werden. Hierzu wird professioneller Support bei der Implementierung benötigt.

Fehlendes Backend

Das System bietet eine strikte Trennung von Design/Layout und CMS. Dazu kommen nützliche Features wie die Multisite-Fähigkeit, ein ausgereiftes Caching-Konzept und die Möglichkeit, Drupal an LDAP-Server anzubinden und zur Authentifizierung zu nutzen. Die meisten dieser Features müssen jedoch über Erweiterungen, so genannte Module, nachinstalliert werden. Ein entscheidender Unterschied zu TYPO3 oder Joomla! ist das fehlende Backend zur Administration von Websites. Das bedeutet, dass Redakteure die Inhalte entweder direkt im Frontend oder über hierarchisch gegliederte Menüfelder in einer Menüleiste bearbeiten müssen. Änderungen sind daher sehr aufwändig, was aber durch zahlreiche Module verbessert werden kann. Dennoch gibt es keinen klaren Zusammenhang zwischen Struktur und Content, dieser wird lediglich nur über Verknüpfungen hergestellt.

Erweiterungen nicht austauschbar

Ähnlich wie in anderen CMS werden Zusatzfunktionen durch den Einsatz von Erweiterungen realisiert. Diese Module sind dabei aber unter den unterschiedlichen Drupal-Versionen nicht kompatibel. Verwendete Erweiterungen müssen deshalb vor dem Upgrade auf Kompatibilität geprüft werden. Automatische Core-Upgrades sind daher nicht möglich und sämtliche Drupal-Module müssen aufwändig per Hand installiert, angepasst und aktiviert werden. . Besonders mühsam für jeden Webmaster oder Entwickler sind die vielen Abhängigkeiten der Module unter einander. So ist es durchaus die Regel, dass eine Drupal-Seite Abhängigkeiten zu mehr als 50-60 Modulen aufweist, welche allesamt manuell aktuell gehalten und auf Sicherheitslücken geprüft werden müssen; dabei werden sie häufig von den Autoren nicht mehr weiterentwickelt. Diese Herangehensweise wird dadurch fast zum Ausschlusskriterium im unternehmenskritischen Enterprise-Einsatz und die Pflege einer größeren Drupal-Seite zum Vollzeitjob.

CMS und Framework

Drupal ist ebenso wie TYPO3 ein Framework. Aus diesem Grund ist es prinzipiell möglich, für jeden Anwendungsfall eigene Erweiterungen oder Applikationen zu entwickeln. So können Drupal-Programmierer verschiedene Lösungen mit Anbindungen an die bestehende IT-Infrastruktur realisieren, die den geschäftskritischen Anforderungen großer Unternehmen, Behörden oder Verbände genügen.

Allerdings versucht die von Drupal gelebte Aspektorientierte Programmierung (AOP) lediglich, objektorientierte Ansätze (OOP) nachzubilden, ist aber kein Industriestandard. Auch werden moderne Software-Architekturen wie MVC (Model View Controller) nicht unterstützt; Drupal ist somit zwar umfangreich und gut dokumentiert, basiert aber nicht auf einer für Entwickler konzipierten Standard CMS-Architektur und lässt etliche Features vermissen, die man von einem Enterprise CMS erwartet – z. B. umfangreichere Multi-Language-Unterstützung oder Workspaces.

Fazit TYPO3 vs. Drupal

Drupal ist, im Vergleich zu TYPO3, nicht für den Einsatz als Enterprise Web CMS entwickelt worden, sondern als umfangreiche Social Community-Lösung. Allerdings ist der Einsatz von Drupal durchaus sinnvoll, wenn der Fokus auf umfangreicher Social Software mit einfachen Web CMS-Fähigkeiten liegt.

Unsere Empfehlung an dieser Stelle wäre somit:

  • Social Publishing: Drupal
  • Enterprise Publishing: TYPO3
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